Stillberatung bei Betroffenen

Qualifizierte Hilfestellungen bei Stillproblemen

Es gibt Stillberater*innen unterschiedlichster Qualifikationen:

 

IBCLCs (International Board Certified Lactation Consultants) sind dabei die einzigen, die eine institutsunabhängige Prüfung bestanden haben müssen.

 

Der Begriff der Stillberater*in ist leider nicht geschützt. In Deutschland ist eine Zertifizierung unter anderem durch das DAIS, das EISL und das AZLS möglich. Die so zertifizierten Stillberater*innen  beraten in der Regel beruflich.

 

AFS- und LLL- Berater*innen beraten im Rahmen einer Mütter-zu-Mütter-Beratung ehrenamtlich.

 

Kurze Zungenbändchen und andere orale Restriktionen spielen jedoch in keiner Stillberater-Weiterbildung eine entsprechende Rolle, so dass auf diesem Gebiet immer eine entsprechende Fortbildung aus eigenem Interesse erfolgen muss.

 

Stillberater*innen, die Mitglied im DEFAGOR Verein sind, haben neben ihren anderen Weiterbildungen mindestens 20 Fortbildungsstunden auf internationalem Niveau in den Themengebieten der zu kurzen Zungenbändchen, anderer oraler Restriktionen, deren Folgen sowie die ganzheitliche Behandlung investiert. 

Die meisten von ihnen beschäftigen sich neben grundlegender Stillberatung seit Jahren mit dem Thema der oralen Restriktionen und deren Auswirkungen und bieten Ihnen daher gesamtheitliche Stillberatung auf höchstem Niveau. 

Gesamtheitliche Beratung

Natürlich können einzelne Symptome auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden. Daher ist eine ganzheitliche Anamnese und eine Vernetzung mit weiteren Fachpersonal, der interdisziplinäre Ansatz, ein wichtiger Bestandteil der Beratung. 

  

Ob die Zunge restriktiv ist, kann selten ausreichend durch eine Blickdiagnose gesichert festgestellt werden. Eine „Ersteinschätzung“ der Situation über Fotos o. ä. macht aus diesem Grunde in den meisten Fällen keinen Sinn.

Vordere an der Zungenspitze ansetzende (anteriore) Zungenbänder sind jedoch einfacher zu erkennen und werden in der Regel frühzeitig behandelt. Bei weiter hinten ansetzenden oder versteckten (posterioren) Zungenbändern ist die Diagnose zwingend über die Zungenbeweglichkeit sicherzustellen. 

  

Aus diesem Grund kann es sein, dass ein Kind die Zunge zwar herausstrecken kann, aber die Zunge dennoch restriktiv ist und das Kind ein zu kurzes Zungenbändchen hat. Denn beim Stillen kommt es nicht nur auf Vor- und Rückbewegungen an, sondern der gesamte Bewegungsablauf, vor allem im mittleren Zungenbereich, muss für die vollständige Funktion auch nach oben hin frei sein. 

Ablauf und Kosten

Fundierte Stillberatung findet in der Regel vor Ort statt, denn nur so können Stillprobleme wirklich komplett erfasst und die Rolle des Zungenbands, Lippen- oder Wangenbands im jeweiligen Problemkontext untersucht werden. Eine Überprüfung der Zungenfunktion ist nur persönlich möglich!

Gerade um die Rolle eines zu kurzes Zungenbändchens bei Stillproblemen gut einschätzen zu können sollte immer eine

  • ausführliche Ananmnese erfolgen,
  • das Stillen oder Trinken an der Flasche beobachtet werden,
  • die Beweglichkeit der Zunge überprüft werden
  • das Zungenband, das Lippenband und ggf Wangenbänder dargestellt werden
  • Beobachtung des Kindes allgemein

erfolgen.

 

Daraus ergibt sich im Idealfall ein klares Bild (auch bezüglich des Verdachts auf ein z.B. zu kurzes Zungenbändchen) und gemeinsam mit Ihnen kann ein "Fahrplan" erstellt werden, welche weiteren Schritte, auch gerade im Hinblick auf Stillmanagement etc, sinnvoll erscheinen. 

 

Zur Zeit werden die Kosten für Stillberatung in Deutschland nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Beratungssätze können bei der jeweiligen Beraterin erfragt werden. Da jede Beraterin ein großes Interesse daran hat, gute Hilfestellung leisten zu können, sind in der Regel in jeder Richtung, auch in der finanziellen, Problemlösungsansätze zu finden.